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Donnerstag, 9. Februar 2017
Rückschau
Schon wieder ein Jahr um? Nein nein, Ihr habt nichts verpasst. Es geht nicht schon wieder um einen Jahresrückblick. Es geht um dieses Blog. Über die Jahre ist meine Aktivität hier weniger geworden - zu wenig Zeit, zu viele Interessen... Gründe könnte ich mir etliche ausdenken.

Ähnlich ist es wohl auch anderen Strickbloggern ergangen. Immer mal wieder hat ein Blogger, dessen Blog ich zum Teil über viele Jahre gelesen habe, aufgehört. Bei manchen begann es auch mit immer seltener werdenden Einträgen, einige sind einfach plötzlich verstummt und andere haben sich scheinbar plötzlich entschieden aufzuhören. Das tat mir oft leid, da ich dort gern mitgelesen habe aber ich habe es auch immer verstanden, weil ich das Gefühl hatte, dass ich irgendwie auch vor dieser Entscheidung stehe.

Wie alles anfing

Ich weiß es gar nicht mehr genau, wann ich auf das erste Strickblog gestoßen bin. Es muss so 2002 gewesen sein. Ich weiß noch, wie ich jeden Vormittag gegen 11:00 Wendys Blog besuchte, den gesamten Beitrag verschlang und den täglichen ungeheuerlichen Fortschritt ihrer fair isle Pullover bewunderte. Danach öffnete sich eine ganze neue Welt.

Ich hatte vorher schon lange mal mehr, mal weniger intensiv gestrickt. Ich kannte Strickzeitschriften. Ich hatte noch kein einziges Strickbuch und die Hauptquelle meiner Inspiration war immer noch das, was meine Mutter mir beigebracht hatte. Jetzt stürzten von überall neue Ideen auf mich ein. Irgendwo gab es immer etwas zu sehen, das ich auch haben, probieren,... wollte. Ende 2002 habe ich die erste Digitalkamera gekauft schon mit dem Hintergedanken, damit meine "Strickwerke" fotografieren und zeigen zu können. Bis zur eigenen Webseite und später zum eigenen Blog auf myblog.de dauerte es nicht mehr lange.

Von myblog bin ich nach einer Zeit häufiger Ausfälle zu blogger.de umgezogen. Nach und nach und so ganz nebenbei habe ich dabei die Grundlagen von html und CSS gelernt, mich mit Bildbearbeitung befasst und und und.

Dann kam ravelry und ich habe mich dort angemeldet. Mehr als ravelry braucht man eigentlich nicht, um Anregungen, Leute, Trends… kurz alles zu finden, was das Strickerleben bunt macht. Dort schaue ich regelmäßig vorbei, egal ob ich gerade viel stricke oder nicht, und meine Warteschleife ist länger als ich vermutlich leben werde. ;-)

In diesem Prozess der Interaktion mit anderen habe ich viel gelernt nicht nur (strick-)technisch, sondern vor allem über mich selbst. So bin ich kein ausgeprägter „Networker“, bin kein Mensch für Gruppen, Foren, knitalogs und andere Aktionen. Ab und an habe ich mal was mitgemacht: Wollfee, Tauschpaket, Designwettbewerb. Ich bin dankbar für Ideen und Anregungen, sehe mir gern schöne Dinge an, die andere gemacht haben, mache das eine oder andere dann vielleicht auch, ich helfe auch gern, wenn jemand eine Anleitung nicht versteht oder eine sucht. Vielleicht schreibe ich auch mal eine Anleitung und stelle sie zur Verfügung, aber ich würde dann nicht für immer alle nach dieser Anleitung gestrickten Dinge „liken“ wie ich es oft bei ravelry sehe. Mal ehrlich, muss man das?

Etwas hat sich verändert

Nach und nach habe ich gemerkt, wie sich mein Blogleseverhalten verändert hat. Habe ich früher noch regelmäßig in vielen Blogs vorbeigeschaut, dort dann immeralle Beiträge seit meinem letzten Besuch vollständig gelesen und oft auch kommentiert, bin ich mit den Jahren träge geworden. Irgendwann habe ich aufgehört, zu kommentieren oder Beiträge ohne Bilder zu lesen. Inzwischen schaue ich als erstes die Bilder an und wenn sie mich ansprechen, lese ich vielleicht einen Teil des Texts. Unbemerkt hat sich so eine „liken und schweigen“-Mentalität bei mir breitgemacht. Das ist nichts, worauf ich stolz bin aber bestimmte Blogs (z.B. bei Tumblr) und auch Pinterest machen einem das eben leicht.

Ich finde andere Stickblogs längst nicht mehr so interessant finde wie früher, auch mein eigenes Tun in diesem Bereich ist nicht mehr so aufregend. Warum sollte sich die Welt für mein …zigstes Paar gestrickte Socken interessieren, soweit dieses nicht in einer völlig revolutionären Technik oder mit dem schönsten je gesehen Muster gestrickt ist? Für mich selbst kann ich andere/einfachere Aufzeichnungen führen. Früher habe ich Blogs, die ich regelmäßig lesen wollte auf meiner Webseite bzw. im Blog verlinkt. Heute sammle ich die Links auf meinem iPad und habe auch viel weniger Geduld mit den Blogs, wenn keine Beiträge mehr kommen… einmal Wischen und der Link ist gelöscht.

Dabei ist es nicht so, dass ich keine Blogs mehr lese – nur eben andere. Es ist auch nicht so, dass ich keine Lust zum Bloggen hätte, nur eben anders.

Viel zu oft habe ich mich außerdem vom Reiz des Neuen hinreißen lassen und etwas Neues – begonnen: fotografieren…also meinte ich irgendwann ein eigenes Blog hierfür zu brauchen. Als mir das langweilig wurde, habe ich ein Fotoblog bei Tumblr begonnen. Zu allem Überfluss habe ich dort auch noch ein Handarbeitsblog angelegt. – Kopfschütteln– Letztes Jahr musste dann auch noch ein Dawanda-Shop her.– Mehr Kopfschütteln – Total verzettelt, würde ich das nennen. Wie kriege ich das alles jetzt wieder gebündelt? Mache ich weiter? Und wo? Will ich Inhalte zusammenführen, lasse ich Blogs einfach brach liegen oder räume ich hinter mir auf und lösche/lasse löschen?

Dafür gebe ich mir nun noch ein wenig Bedenkzeit.

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